Unternehmensporträt
Abels & Kemmner Gesellschaft für Unternehmensberatung mbH
Unternehmensporträt
Lieferketten genau analysieren
Wie viel Bestand schafft wirklich Sicherheit? Bei der Abels & Kemmner Gesellschaft für Unternehmensberatung mbH in Herzogenrath beginnt die Arbeit an dieser Frage oft mit einem scheinbaren Widerspruch: Weniger Bestand soll zu höherer Lieferfähigkeit führen? Die anfängliche Skepsis von Unternehmen ist nachvollziehbar. Aber hohe Bestände können Kapital binden, ohne die Versorgung an den kritischen Stellen verlässlicher zu machen.
Die Beratung unterstützt Produktions- und Handelsunternehmen dabei, Lieferketten, Bestände, Disposition und logistische Geschäftsmodelle auf Grundlage ihrer eigenen Daten zu prüfen. In Projekten wird die bestehende Dispositionslogik mit Simulationen durchgespielt. Der digitale Zwilling erstellt dabei ein Abbild der Kundendaten, an dem sich nachvollziehen lässt, wie Entscheidungen in der Disposition auf Bestand und Lieferfähigkeit wirken. Dadurch wird auch der Zusammenhang zwischen Dispositionsregel, Lagerbestand und Lieferfähigkeit greifbar. Die Simulation schafft damit eine belastbarere Entscheidungsgrundlage für die Verantwortlichen im Unternehmen.
Dirk Ungerechts und Silvia Frankenne, Geschäftsführer
Gegenprobe zum Bauchgefühl
Die Simulation ersetzt allerdings nicht die Erfahrung der Verantwortlichen. Sie hilft, diese Erfahrung an konkreten Zahlen zu überprüfen. Viele Entscheidungen in der Disposition beruhen auf jahrelanger Praxis, und oft stimmt die Richtung. Schwierig wird es dort, wo eine Veränderung an einer Stelle Folgen an anderer Stelle auslöst: Wird ein Bestand gesenkt, kann das Kapital freisetzen, zugleich aber bei einem kritischen Teil die Lieferfähigkeit gefährden. Deshalb spielen Abels & Kemmner und die Verantwortlichen verschiedene Regeln mit den realen Kundendaten durch. „Das Bauchgefühl liegt in der Tendenz richtig, unterschätzt jedoch systemische Effekte entlang der gesamten Lieferkette“, sagt Geschäftsführerin Silvia Frankenne. „Die Simulation macht diese sichtbar und quantifizierbar.“
Sparen ist nicht der Maßstab
Am Ende geht es deshalb nicht darum, ein Lager pauschal kleiner zu machen. Eine solche pauschale Kürzung würde auch dort Sicherheit abbauen, wo ein Artikel für die Lieferfähigkeit wichtig ist. Umgekehrt können andere Artikel hohe Bestände binden, ohne dass sie diese Absicherung wirklich brauchen. Die Beratung sucht deshalb nicht den niedrigsten Bestand, sondern die passende Absicherung für jeden Artikel. Für Frankenne gilt daher: „Jeder Artikel wird genau so abgesichert, wie es tatsächlich nötig ist — nicht mehr und nicht weniger.“