09. Januar 2017

„Top-Management größte Hürde bei Digitalisierung“

Berater sehen große Zurückhaltung in Chefetagen/Kluft zwischen ihrer Analyse und Selbstbild der Unternehmensleitungen.

Überlingen/Bonn – 65 Prozent der Berater werten „die Zurückhaltung des Top-Managements als größte Digitalisierungshürde“ in mittelständischen Unternehmen. Dieses harte Urteil geben sie in einer Studie der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Management und Beratung (WGMB) zu Protokoll. Im Auftrag von compamedia hatten Prof. Dr. Dietmar Fink und Bianka Knoblach 89 Berater um Einschätzungen zum Stand der Digitalisierung im Mittelstand gebeten. Zugleich befragten die beiden Leiter der WGMB rund 800 Führungskräfte mittelständischer Unternehmen zum gleichen Thema. Überraschendes Ergebnis: 64 Prozent der Geschäftsleitungen sehen sich „als maßgebliche Treiber der Digitalisierung“.

„Dieses Missverhältnis zeigt deutlich, wie sehr der Mittelstand von einer externen Perspektive profitieren kann", kommentiert Fink die Divergenz. In den Unternehmen nehmen 51 Prozent der Vorstände, 41 Prozent der Personalleiter und 43 Prozent der Budgetverantwortlichen fehlende Qualifikationen als „größte Digitalisierungshürde“ wahr. Interessant: Unter den befragten Projektleitern gelten „langsame Entscheidungsprozesse“ (48 Prozent) als ärgstes Hemmnis auf dem Weg in die Digitalisierung.

Und dieser Weg scheint noch lang zu sein: Nur 23 Prozent der Unternehmen (und 22 Prozent der Berater) sehen den deutschen Mittelstand „für die Digitalisierung gut gerüstet“. Das ist insofern bemerkenswert, als die Firmen doch mit Zuversicht in die digitale Zukunft blicken: 85 Prozent von ihnen versprechen sich Chancen, sogar 61 Prozent erwarten zugleich keine Risiken. 60 Prozent freuen sich auf neue Geschäfte, von den Beratern glauben 76 Prozent an einen Umsatzschub für den Mittelstand.

Sorge vor ausländischer Konkurrenz hegt dabei kaum jemand: Nur knapp ein Viertel der Unternehmer und der Berater befürchten Geschäftseinbußen des Mittelstands durch internationale Wettbewerber. Sorge bereitet ihnen eher die junge Konkurrenz: 41 Prozent der Führungskräfte und 53 Prozent der Berater erwarten, dass Start-ups den etablierten Unternehmen Umsätze abjagen werden.

Im Rahmen der Studie befragte die WGMB 89 Berater, die im Rahmen des Beraterwettbewerbs TOP CONSULTANT 2016 ausgezeichnet worden sind, und 823 Führungskräfte aus mittelständischen Unternehmen (Antwortquote im Schnitt 95 Prozent), davon 379 Geschäftsführer und 249 Projektleiter.

Die vollständige Studie mit einer detaillierten Aufschlüsselung aller Ergebnisse nach Unternehmensbranchen liegt weiter unten zum Download bereit.

Für die neue Runde des Beratervergleichs TOP CONSULTANT können sich Unternehmen noch bis zum 3. März unter www.top-consultant.de bewerben.

Über den Beratervergleich TOP CONSULTANT

Entscheidend für die Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel TOP CONSULTANT ist eine kundengerechte, mittelstandsorientierte Beraterleistung. Bewerben können sich insbesondere Management-, IT- und Personalberater. Die wissenschaftliche Leitung des von compamedia seit 2010 organisierten Unternehmensvergleichs liegt in den Händen von Prof. Dr. Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, und Bianka Knoblach. Beide leiten die Wissenschaftliche Gesellschaft für Management und Beratung (WGMB) in Bonn. Mentor von TOP CONSULTANT ist Bundespräsident a. D. Christian Wulff. Medienpartner ist das manager magazin.

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